LTS Memmingen: FRANKENSTEIN - Theater Am Espach, Eintritt 12 Euro. Es gilt die 3G plus Regel. 3. Veranstaltung im Theaterabo, Karten bei Textil-Kast, Tel. 08333 93246

Der junge, vermögende Wissenschaftler Victor Frankenstein entwickelt erfolgreich einen künstlichen Menschen. Er ist aber bei dessen Geburt so überwältigt von der Hässlichkeit und der körperlichen Kraft des Wesens, dass er sein Labor schreiend verlässt und nicht eingreift, als das Wesen ebenfalls flüchtet. Das Wesen fi ndet zwar einen blinden, verarmten Gelehrten, der ihm humanistische Werte, Sprechen und Lesen anhand von Gedichten von John Milton beibringt, muss aber bald erfahren, dass diese Werte im Kontakt mit sehenden Menschen nicht ausreichen, um Liebe zu erfahren. Die Umwelt sieht nur das Monster, den hässlichen Kraftprotz und überall wird es brutal verjagt. Die seelischen Narben werden mit jeder neuen Enttäuschung tiefer und auf seiner Suche nach Zuneigung verkommt das Wesen allmählich zur rächenden Mordmaschine. Es zerstört Victors Familie und Eigentum und endet mit seinem Schöpfer im endlosen Kampf um Eigenständigkeit in der eisigen Polarwüste. Wer ist das Monster – der egomane Schöpfer oder die menschenähnliche Kreatur? Mary Shelleys fragt 1818 mit ihrem FRANKENSTEIN, ob es der Wissenschaft gelingen kann, Verantwortung für ihre Erfindungen zu übernehmen. Zweihundert Jahre, sieben Pandemien und unendlich viele Erfindungen später – wie Plastik 1855, Dynamit 1867, Automobil 1886, Rakete 1926, Kernkraft 1942, World Wide Web 1989, reproduktives Klonen 1997 – ist die Frage der Verantwortung alles andere als geklärt. Nick Dears Neubearbeitung des Klassikers stellt aus der Perspektive des erschaffenen Wesens grundlegende Fragen nach dem Sinn und der Wertigkeit des Lebens und ist berührend und aufwühlend zugleich. Schauspiel von Nick Dear nach dem Roman von Mary Shelley Deutsch von Corinna Brocher Inszenierung: Max Claessen – Bühne & Kostüme: Ilka Meier – Dramaturgie: Anne Verena Freybott Mit: Elias Baumann, Anke Fonferek, David Lau, Franziska Roth, André Stuchlik, Tim Weckenbrock